Vor einigen Tagen tauchte in meinem YouTube ein Lied namens „Allah is a Zionist“ auf, von der Band „Hakol Sababa“, was Hebräisch ist und auf Deutsch bedeutet „Alles ist OK“. Zu funkigen Reggae-Beats zählt die Band die verlorenen Schlachten muslimischer Länder gegen Israel auf und kommt zu dem Schluss, Allah müsse ein Zionist sein, da er dem jüdischen Staat offensichtlich zur Seite steht.
Dieses satirische Lied stellt eine tiefere theologische Frage, die man auch den Juden stellen könnte und in der Geschichte immer wieder gestellt wurde: Hat der Gott der Bibel die Juden während ihres 2000-jährigen Exils verlassen und ein anderes Volk an ihrer Stelle erwählt?
So wie jetzt die Moslems in Armut unter brutalen Diktaturen leben, Kriege führen, die sie regelmäßig verlieren und in den Westen flüchten, so ging es auch den Juden sehr lange sehr schlecht.
Das Exil gehört zum Programm
Die Vertreibung der Juden aus Israel wurde in der Bibel vorausgesehen und auch die Konsequenzen wurden an mehreren Stellen beschrieben, wie in 5. Mose 64-66:
„Denn der Herr wird dich unter alle Völker zerstreuen von einem Ende der Erde bis zum anderen; und du wirst dort anderen Göttern dienen, die dir und deinen Vätern unbekannt waren, [Göttern aus] Holz und Stein. Dazu wirst du unter diesen Heiden keine Ruhe haben und keine Rast finden für deine Fußsohlen; denn der Herr wird dir dort ein bebendes Herz geben, erlöschende Augen und eine verzagende Seele. Dein Leben wird vor dir an einem Faden hängen; Tag und Nacht wirst du dich fürchten und deines Lebens nicht sicher sein.“
Mit der Gründung des modernen Israel scheint das jüdische Volk der Erlösung näher gekommen zu sein, zumindest physisch leben wir nicht mehr unter der Herrschaft anderer Völker. Auch dies wurde in der Bibel beschrieben:
„Es wird aber geschehen, wenn alle diese Worte über dich kommen werden, der Segen und der Fluch, die ich dir vorgelegt habe, und du es dir zu Herzen nimmst unter all den Heidenvölkern, unter die dich der Herr, dein Gott, verstoßen hat, und wenn du umkehrst zu dem Herrn, deinem Gott, und seiner Stimme gehorchst in allem, was ich dir heute gebiete, du und deine Kinder, von ganzem Herzen und von ganzer Seele, so wird der Herr, dein Gott, dein Geschick wenden und sich über dich erbarmen und wird dich wieder sammeln aus allen Völkern, wohin dich der Herr, dein Gott, zerstreut hat.

Und wenn du auch bis an das Ende des Himmels verstoßen wärst, so wird dich doch der Herr, dein Gott, von dort sammeln und dich von dort holen. Und der Herr, dein Gott, wird dich in das Land zurückbringen, das deine Väter besessen haben, und du wirst es in Besitz nehmen, und er wird dir Gutes tun und dich mehren, mehr als deine Väter.“ (5. Mose 30 1-5)
So wie das jüdische Exil Teil der Menschheitsgeschichte ist, ist es auch die Erlösung und Rückkehr nach Israel, die wir jetzt erleben.
Übrigens wird auch ganz deutlich gesagt, dass die Juden nicht ersetzt werden:
„Jedoch, auch wenn sie im Land der Feinde sein werden, so will ich sie nicht so verwerfen und sie nicht so verabscheuen, dass ich ein Ende mit ihnen mache oder meinen Bund mit ihnen breche; denn ich, der Herr, bin ihr Gott.“
(3. Mose 26:44)
Zusammenfassend kann man sagen, dass das Unglück der Juden durch unseren Ungehorsam ausgelöst wurde, woraufhin wir aus unserem Land vertrieben wurden, wir haben gelitten und werden jetzt zurückgebracht.
Es scheint, die islamische Welt befindet sich zurzeit in einer ähnlichen Phase ihrer Geschichte, aber ist es überhaupt vergleichbar und was sagen moslemische Geistliche über das Unglück ihrer Bevölkerung?
Und der Islam?
Ich bin kein Islam-Experte und kann die Frage nicht beantworten, ob Allah wirklich ein Zionist ist. Aber ChatGPT kommt einem Islam-Experten ziemlich nahe und hat mir eine gute Antwort gegeben. Hier erst einmal meine Frage:
„Wenn du muslimischer Geistlicher und Experte des Koran wärest, wie würdest du erklären, dass Muslime ihre Kriege gegen Israel verlieren?“

Antwort: „Als muslimischer Geistlicher und Koranexperte würde ich diese Frage differenziert beantworten – theologisch, historisch und spirituell. Dabei würde ich betonen, dass militärische Niederlagen oder Siege nicht automatisch ein Zeichen von göttlicher Gunst oder Missgunst sind. Der Koran und die islamische Theologie geben dafür mehrere Deutungsrahmen:“
Hier einige genannte Punkte, von denen einige ähnlich wie im Judentum klingen:
- Islamische Lehre, verkörpert durch Ibn Ḥālūn (14. Jh.), betont „ʿasabiyyah“ (Gruppenzusammenhalt) als zentralen Faktor für militärischen Erfolg. Sind Gemeinschaft, Führung, Organisation und Moral schwach, folgt die Niederlage.
- „Gehorcht Allah… und streitet nicht miteinander, sonst werdet ihr den Mut verlieren und eure Kraft wird schwinden.“ (Sure 8:46). Viele zeitgenössische Muslime beklagen in Foren: „Wir sind uneinig, folgen nicht dem Qur’an und der Sunna – deshalb sind wir geschwächt.“
- „Die Hilfe Allahs… ist nur für diejenigen, die Gebet, Zakat, Ermahnung zum Guten und Verbot des Schlechten praktizieren … sonst gehören sie nicht zu Seiner Partei.“ Das heißt: Sieg kommt nicht durch Gebete allein – sondern durch gelebte Islamwerte im Alltag, politisch und militärisch.
- Viele islamische Gelehrte wie Hasan al‑Banna, Muhammad Abu Zahra, al‑Buti, al‑Zuhayli lehnen aggressiven Jihad zugunsten defensiver Haltung ab und fordern Frieden, solange keine klare Überlegenheit besteht. „Frieden ist das zugrundeliegende Prinzip zwischen Muslimen und Nicht-Muslimen“ (unter Berufung auf Sure 8:61, 2:208, 4:94). Daraus ergibt sich: Kampf ohne Aussicht auf Erfolg wird explizit als unrechtmäßig betrachtet.
Fazit der KI aus Sicht eines muslimischen Geistlichen und Koran‑Experten:
Niederlagen als Ergebnis interner Schwäche – sei sie moralisch, organisatorisch oder theologischer Natur. Der Weg zu echter Stärke führt über innere Reform, Einheit in Geist und Praxis und realistische, gerechte Strategiebildung – nicht allein über bewaffneten Kampf.
Kein Zionist, aber unzufrieden
Es scheint also, dass Allah doch kein Zionist ist. Die muslimischen Länder verlieren gegen Israel, weil sie nicht dem Willen Allahs folgen, ähnlich wie die Juden für ihr Ungehorsam bestraft wurden und werden.

Es scheint, die islamische Welt müsse sich eher mit sich selbst beschäftigen, als mit Israel, um Allahs Segen zu erhalten. Erst dann könnte es Israel überhaupt ernsthaft entgegentreten – doch vielleicht wäre das dann gar nicht mehr nötig.
Wir haben uns mittlerweile so sehr daran gewöhnt, dass die islamische Welt die Juden hasst, dass wir das gar nicht mehr in Frage stellen, aber das muss vielleicht nicht so sein.
Bevor mein kostenloser ChatGPT mir keine Fragen mehr beantwortete, spuckte er mit letzter Kraft noch folgenden Satz aus:
Das Ziel des Islam ist, dass die gesamte Menschheit die Einheit Gottes erkennt, sich Seinem Willen unterordnet und dadurch Frieden, Gerechtigkeit und Erlösung erlangt.
Das ist doch ein schönes Ziel. Vielleicht sollten Israels Nachbarn dieses Ziel verfolgen, anstatt gegen uns zu kämpfen, was aufgrund ihrer Korruption und Uneinigkeit sowieso scheinbar nicht erfolgreich verlaufen kann.
Religion des Friedens?
Das oben genannte Ziel des Islam wirft jedoch viele Fragen aus, vor allem, warum der Islam heute so ganz anders aussieht, als er sich definiert.
Einen Tag später durfte ich wieder mit ChatGPT sprechen und wir hatten eine interessante Diskussion. Auf die obere Frage antwortete mein persönlicher Islam-Experte:
Der Islam, wie er heute vielerorts erscheint, entspricht nicht dem, was seine Grundtexte fordern, sondern ist oft das Ergebnis von:
- Politischer Instrumentalisierung
- Stagnation in Theologie und Bildung
- Kolonialismus & Identitätskrise
- Gesellschaftlicher Analphabetismus
- Medienfokus auf Extremismus
EXPOSED: The anti-Israel movement has a Hitler problem. From Bob Vylan to protestors and "Free Palestine" rallies to just random Americans on the streets, watch this video to see the real face of this hateful movement. pic.twitter.com/nJ9tEOVyTw
— Canary Mission (@canarymission) July 8, 2025
Fazit: Der Koran spricht viel von Gerechtigkeit, Barmherzigkeit, Nachdenken, Wahrheit – aber was viele Menschen heute erleben, ist ein Verfallsprodukt, das mit dem ursprünglichen Kern nur noch wenig zu tun hat.
Es könnte sein, dass diese Erklärung der KI zu freundlich ist, denn wir hatten an anderer Stelle beschrieben, dass Krieg zum Islam gehört. „Hier geht es nicht um Politik, sondern um einen mehr als tausendjährigen Kreuzzug zur Unterwerfung der gesamten Menschheit“, schrieb Daniel Greenfield dort.
Was auch immer die theologischen Grundlagen für unsere aktuelle Krise mit dem Islam sind, wir müssen ihn so betrachten, wie er sich aktuell zeigt. Auch wenn Allah also grundsätzlich kein Zionist ist, ist er es heutzutage schon, weil seine Anhänger seinen Geboten nicht folgen. Und da es nicht so aussieht, als ob die Herrscher in den moslemischen Ländern in naher Zukunft Recht und Gerechtigkeit für ihre Völker bringen werden, kann sich Israel Allahs Unterstützung sicher sein.

