Argentinien gegen Ägypten – ein Spiel mit biblischer und MESSI-anischer Symbolik

Ägypten ist für uns nicht einfach ein Land auf der Landkarte. Ägypten ist Mitzraim. Der Ort, aus dem wir herausmussten. Der Ort der Plagen, der Knechtschaft und der langen jüdischen Erinnerung.

Gestern haben Sarah (12) und Naomi (9) zum ersten Mal ein Fußballspiel gesehen, als Argentinien gegen Ägypten antrat. Ich hatte gedacht, dass sie sich langweilen werden, aber besonders Sarah war sofort vom Fußballfieber ergriffen und kommentierte jede Szene. Vor allem die schmerzverzerrten Gesichter der Spieler nach einem Foul machten sie sehr ärgerlich.

„Oh, das ist schrecklich! Der Arme muss ins Krankenhaus!“ schrie sie, nur um zu sehen, dass „der Arme“ sofort wieder aufstand und weiterspielte, als wäre nichts gewesen.

Ich musste ihr erklären, was eine Schwalbe ist und warum die Spieler manchmal so tun, als hätten sie starke Schmerzen. Anfangs verstand sie nicht, warum man so etwas tun würde, aber im Laufe des Spiels wurde es ihr immer wieder deutlich.

„Hey, steh auf, da war doch gar nix!“ schrie sie dann, gefolgt von „Schiri, mach mal die Augen auf, schlafen kannste später!“

Es hat mir Spaß gemacht, Fußball durch ihre frischen Augen zu sehen und die Emotionen mitzufühlen, wenn sich Sarah über eine Schwalbe oder eine Fehlentscheidung aufregte.

Die Mädchen hatten auch schon viel von Messi gehört und fanden es spannend, ihn zum ersten Mal beim Spielen zu beobachten. Da Argentinien eines der wenigen israelfreundlichen Länder dieser WM und der Welt allgemein ist, waren wir alle natürlich für blau-weiß, die israelischen Lieblingsfarben.

Das biblische Ägypten

Naomi kam etwas später hinzu und las verwundert die Namen der beiden Länder, „Arschen-tina gegen Mitzraim“.

„Mitzraim!?“ fragte sie.

Auf Hebräisch heißt Ägypten Mitzraim, wie in der Bibel, und unsere Kinder kennen Mitzraim sehr gut, jedoch nicht im Zusammenhang mit Fußball. Naomi hatte nicht erwartet, unsere biblischen Feinde bei der WM zu sehen und sie hatte nicht vergessen, was sie uns angetan haben.

„Uff, hoffentlich verlieren die Mitzrim!“ sagte sie und dann ließ sie ihrer Fantasie freien Lauf.

„Papa, stell dir vor, es regnet plötzlich Frösche auf die Mitzrim!“ witzelte sie.

„Oder das Wasser in ihren Flaschen wird plötzlich zu Blut!“ fügte Sarah hinzu.

„Oder jeder Erstgeborene in der Mannschaft stirbt plötzlich,“ sagte ich, aber das fanden die Mädchen dann doch zu gemein und tadelten mich für meinen fiesen Kommentar.

Bis zur 70. Minute führten die bösen Mitzrim jedoch mit zwei Toren und die Mädchen feuerten die Argentinier lautstark an. Besonders wenn Messi den Ball hatte, stieg der Lärmpegel noch einmal deutlich an.

„Wisst ihr, wie man Maschiach auf Deutsch sagt?“ biblischen Feinde ich die beiden. „MESSI-as

„Wow!“

„Ja, Messi ist der Maschiach, schieß ein Tor und befrei uns von den fiesen Mitzrim!“ schrie Sarah daraufhin.

Das Ende des Spiels war sehr spannend, Ägypten schoss ein Tor, das vom Schiedsrichter wegen eines Fouls wieder abgezogen wurde und Argentinien gewann kurz vor dem Ende mit drei zu zwei.

MESSI-anische Symbolik

Das Spiel zwischen Argentinien und Ägypten könnte mit etwas Bibelakrobatik für Israels Entwicklung in der Menschheitsgeschichte interpretiert werden. Ägypten steht für unsere Vergangenheit als ungeliebte Gäste im fremden Land, während Argentinien unsere Zukunft, vielleicht erst in messianischer Zeit, als Freund und Partner symbolisiert. Wie es in Sacharja 8,23 heißt,

„So spricht der HERR Zebaoth: In jenen Tagen wird es geschehen, dass zehn Männer aus allen Sprachen der Völker einen jüdischen Mann beim Zipfel seines Gewandes ergreifen und sagen: Wir wollen mit euch gehen, denn wir haben gehört, dass Gott mit euch ist!“

Zu Beginn des Spiels und der Geschichte Israels führte Ägypten, bis kurz vor dem Ende schien es, als würde das Böse gewinnen und viele (inklusive Sarah) hatten die Hoffnung auf einen Sieg des MESSI-as aufgegeben.

Aber der (Schieds-)Richter der Schöpfung griff ein und in letzter Minute siegte das Gute schließlich und die Welt sah das wahre Gesicht des Bösen, als es wütend und aggresiv das Spielfeld als Verlierer verließ.

Ähnlich verlief unsere Rettung aus dem biblischen Mitzraim und nach jüdischer Tradition wird auch die kommende Erlösung erst einmal mehr Leid bringen, bevor es besser wird. Die Weisen sprechen von den „Geburtswehen des Messias“, wo der Schmerz sehr groß ist, bevor er ablässt und eine neue Realität erschafft.

Die WM ist jedoch noch lange nicht zu Ende und MESSI hat noch einen schweren Weg bis zur Erlösung vor sich. Ganz Israel ist jedoch auf seiner Seite und hofft, dass es dieses Mal endlich klappt.

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Michael Selutin
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