Warum ich „jüdische Siedler“ unterstütze – und kein Fanatiker bin

Oder bin ich vielleicht doch einer?

Als ich den folgenden Text von Rabbi Levinger las und beschloss, ihn für meinen Blog zu übersetzen, fiel mir auf, wie extremistisch er klingt. Er spricht vom göttlichen Gebot, das Land Israel zu besiedeln, insbesondere Jerusalem, Judäa und Samaria, also das sogenannte Westjordanland.

In den Mainstream-Medien werden die jüdischen Siedler, die dieses Gebot ausführen, als religiöse Fanatiker dargestellt, die ein großes Problem für einen Frieden mit unseren arabischen Nachbarn darstellen.

Bevor ich 2007 nach Israel kam und begann, mich mit dem Konflikt zu beschäftigen, habe ich auch geglaubt, was uns die Medien in Deutschland verkaufen wollten. Ich konnte nicht verstehen, warum Juden in diesem umkämpften Gebiet leben wollten und dadurch eine Zweistaatenlösung unmöglich machten.

Mit der Zeit erkannte ich jedoch: Der Hass auf Juden in dieser Region ist kulturell und religiös tief verankert – unabhängig davon, was wir tun. Selbst ohne Siedlungen würde sich am Kern des Konflikts wenig ändern.

Es ist aber auch die Sprache der religiösen „Siedler“, die für Menschen im Westen fanatisch klingt. Man spricht über den Messias, über göttliche Gebote, über Gut und Böse und die Auserwähltheit des jüdischen Volkes. Diese Themen lösen bei vielen Menschen Alarm aus, was durchaus verständlich ist. Wer mit den Konzepten hinter diesen Themen nicht vertraut ist, was viel Studium erfordert, hält sie einfach für religiösen Extremismus, Rassismus, Apartheit, oder Kolonialismus.

Wer jedoch mit Offenheit und ohne Vorurteile an diese Themen herangeht, kann erkennen, dass sie durchaus Sinn machen und einige unverständliche Entwicklungen in der Welt erklären können, wie es Rabbi Moshe Levinger hier tut.

Wer hat Angst vor den „Siedlern“?

Ich werde oft gefragt, warum die ganze Welt durchzudrehen scheint, wenn eine Handvoll israelischer Jugendlicher eine Ansammlung von Wohnwagen und Hütten auf einem kargen Berghang in Judäa und Samaria aufstellt. Warum sollten Juden, die auf den Bergen des biblischen Israels leben, Vertreter des US-Außenministeriums dazu bringen, ihren ganzen Einfluss geltend zu machen, um die israelische Regierung zu drängen, diese behelfsmäßigen Behausungen abzureißen?

Rabbi Levinger gilt als “Vater der Siedlerbewegung.

Es gibt zwar politische Gründe für dieses sehr merkwürdige Verhalten, aber die eigentliche Antwort liegt im Verständnis der Erlösung Israels, die sich in unserer Zeit vollzieht.

Die kontinuierliche Besiedlung von Eretz Israel ist die wichtigste Mitzwa (Gebot) unserer Generation.

Rabbi Moshe Harlop war einer der engsten Schüler von Rabbi Kook. In seinem Buch „Maayanei HaYeshua“ erklärt er, dass die wichtigste Mitzwa für „Am Israel“ (das Volk Israel) in jeder Generation diejenige ist, der sich die Völker der Welt am meisten widersetzen. In der Zeit der Hasmonäer erließen die Griechen ihre schärfsten Verbote gegen die Mitzvot, die die Juden als einzigartiges heiliges Volk am meisten hervorhoben – die Gebote Schabbat, Rosch Chodesch (Festlegung des neuen Monats) und Brit Milah (Beschneidung).

Der Grund dafür war, dass die Griechen ihre unheilige hellenistische Kultur der ganzen Welt aufzwingen wollten. Weil ihre Kultur den menschlichen Intellekt, die körperliche Schönheit und das hedonistische Vergnügen feierte, konnten sie die Existenz des Judentums nicht tolerieren, das Gott in jeden Aspekt des Lebens einbezieht, sowohl in den geistigen als auch in den körperlichen. Deshalb versuchten sie, die Gebote zur Heiligung der Zeit und der Heiligkeit des menschlichen Körpers, die durch die Brit Milah symbolisiert wird, auszulöschen. Die Griechen wollten die Götter im Himmel gefangen halten, um keiner heiligen, allmächtigen Gottheit hier auf Erden verpflichtet zu sein.

Die griechischen Götter sind nichts für anständige Juden.

Rabbi Harlop schreibt, dass in der Zeit der „Fußstapfen des Maschiach“ [wenn wir spüren, dass er auf dem Weg ist] die Mitzwa, gegen die sich die Völker der Welt am meisten wehren, die Mitzwa der Besiedlung des Landes Israel ist. Das liegt daran, dass in der Zeit des Maschiach alle Heiligkeit durch die Besiedlung von Eretz Israel in die Welt kommt. Die größte Heiligung Gottes in unserer Zeit geschieht, wenn die Juden zurückkehren, um die biblischen Hügel Israels in Erfüllung der göttlichen Prophezeiung zu besiedeln.

Den Völkern der Welt ist es egal, ob Juden in Monsey oder Antwerpen koschere Wohnviertel bauen. Heute können Juden den Schabbat in Moskau und Berlin feiern. Sie können luxuriöse religiöse Gemeinden in Arizona und Texas bauen. Aber wenn eine Handvoll Juden ein Zelt an den Hängen über Shilo, Elon Moreh oder Beit-El aufstellt, ist das ein internationaler Skandal. Die jüdischen Propheten haben vorausgesagt, dass dies geschehen wird, dass die Juden an diese biblischen Hänge zurückkehren werden, und dass das Eintreten dieses Ereignisses bedeutet, dass es einen Gott in der Welt gibt, einen aktiven, lebendigen obersten Herrscher des Himmels und der Erde, der das Volk Israel dazu auserwählt hat, sein Bote zu sein und der Welt seine Gebote und Wege zu lehren.

Oh Schreck, Juden leben in Judäa!

Natürlich erheben sich die Nationen der Welt aus Protest. Für sie ist es in Ordnung, ein Lippenbekenntnis zu Gott abzulegen, wenn er auf den Himmel beschränkt ist. Aber wie die Griechen vor ihnen, wollen sie hier auf Erden nicht an seine Gesetze gebunden sein. In ihrem kollektiven Gewissen bedeutet die Beseitigung der jüdischen Siedler, dass sie Gott loswerden. Indem sie den Juden das Land Israel wegnehmen, können sie beweisen, dass Gott nicht wirklich existiert und dass die Thora nicht wahr ist. Dann können sie in Ruhe stehlen, morden und ehebrechen, ohne sich um eine göttliche Bestrafung sorgen zu müssen.

Daher ist es kein Wunder, dass alle Nationen der Welt die Umsiedlung der Juden nach Israel verhindern wollen. Sie setzen ihr ganzes Gewicht und ihre ganze Macht genau auf diese Angelegenheit. In ihrem tiefsten Unterbewusstsein wissen sie, dass die Wiederbesiedlung von Gottes auserwähltem Land durch die auferstandene Nation Israel ein gewaltiges geistiges Erwachen in der Welt hervorrufen wird, das die Kräfte des Bösen, aus denen sie ihre Stärke beziehen, auslöschen wird.

Aus diesem Grund müssen wir weiterhin auf jedem kahlen Hügel bauen. Nicht nur, um die Besiedlung unseres Landes auszuweiten und damit unsere Souveränität in allen unseren Grenzen zu stärken, und nicht nur wegen der großen militärischen und strategischen Bedeutung der israelischen Kontrolle über Judäa und Samaria, um die Araber daran zu hindern, es als Basis für Angriffe auf Jerusalem und die Küste von Tel Aviv zu nutzen, sondern auch, weil die Rettung der Welt davon abhängt.

Israelische Soldaten wissen, dass der Islam nicht nur ihr eigenes Land bedroht.

Auf diese Weise kehrt die Gegenwart Gottes in die Welt zurück. Durch die Wiederansiedlung Israels, seinen Wiederaufbau und seinen Sieg über Feinde, die seine Mission zu vereiteln suchen, gibt sich Gott als wahrer Herrscher der Welt zu erkennen und läutet das ersehnte Zeitalter des ewigen Friedens ein. Mit den Worten des Propheten:

„So spricht der Herr: An diesem Ort, von dem ihr sagt, dass er verlassen sei von Menschen und Vieh, nämlich in den Städten Judas und auf den Straßen Jerusalems, die verwüstet sind, ohne Menschen und ohne Vieh, da soll man wiederum Jubel- und Freudengeschrei vernehmen, die Stimme des Bräutigams und die Stimme der Braut, die Stimme derer, die sagen: »Dankt dem Herrn der Heerscharen; denn der Herr ist gütig, und seine Gnade währt ewiglich!« und die Stimme derer, die Dankopfer bringen ins Haus des Herrn; denn ich will das Geschick des Landes wenden, dass es wieder sei wie im Anfang, spricht der Herr.“ (Jeremia 33,10-11).

Es ist nicht nur eine große Mitzwa, die weiten Hänge und Täler Judäas und Samarias zu besiedeln, sondern es ist für die Stärkung unserer Nation unerlässlich, diese Angelegenheiten eingehend zu studieren.

Menschen, die schreiben können, müssen über diese Themen schreiben.

Dichter müssen Gedichte über die Sehnsucht nach dem Gelobten Land schreiben.

Musikalisch begabte Menschen müssen Lieder der Erlösung komponieren.

Künstler müssen inspirierende Landschaften des Heiligen Landes malen, um alle unsere immer noch ausgeschlossenen Brüder näher zu bringen.

Indem wir gemeinsam mit Gott an der Erlösung unserer Nation und der Rettung der Welt arbeiten, müssen wir alle Soldaten in der Schlacht sein, um die Kräfte des Bösen auszulöschen, die sich uns in den Weg stellen wollen.

Das war der Artikel von Rabbi Levinger, was denkst du über dieses Thema? Ich freue mich über kritische, ehrliche und respektvolle Gedanken – bsonders von denen, die anderer Meinung sind.

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Michael Selutin
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