Ben-Gvir: Nicht Aggression, sondern jüdische Selbstbehauptung

2000 Jahre Unsichtbarkeit, Unterwürfigkeit, Entschuldigung. Ben-Gvir macht das nicht mehr – und Europa weiß nicht, wie es damit umgehen soll.

Mit seinem neuesten Auftritt bei den Terroristen der Gaza-Flotille, hat uns Itamar Ben-Gvir wieder einmal dabei geholfen, zu erkennen, wer politisch wo steht. Dass die europäischen Länder einen patriotischen Juden verurteilen, anstatt der Terroristen aus ihren Ländern, ist keine Überraschung, überraschend war eher die Heftigkeit, mit der sie ihn angriffen.

Für unsere ehemaligen Herrscher in Europa ist es schwer zu verdauen, dass sich Juden jetzt gegen ihre Feinde verteidigen, aber dass sie europäische Gefangene auch noch demütigen, das ist zu viel. Es scheint in der Psyche vieler Europäer fest verankert zu sein, dass Juden unterwürfig sein müssen, wie sie es die letzten 2000 Jahre lang waren. Ein stolzer Jude wie Ben-Gvir, der Europäer erniedrigt, ist einfach zu viel für die schwachen Nerven der europäischen Politiker.

Überraschend war allerdings auch, dass viele Israelfreunde und Israelis selbst, Ben-Gvirs Auftritt so scharf verurteilten. Dabei hat er wirklich nichts Schlimmes getan, er hat die israelische Flagge geschwenkt und den Terroristen einige Worte gesagt, was war daran so schrecklich? Die internationalen Terroristen, die sich Israel mit feindlicher Absicht genähert haben, haben viel schlimmere Strafen als Gefängnis und Demütigung durch einen Juden verdient. Anstatt die Leben israelischer Soldaten zu gefährden, die die Schiffe der Flotille kaperten, hätte man sie nach einigen Warnungen einfach versenken sollen.

Ich denke, dass die Verurteilungen von Ben-Gvir durch Israelis und Israelfreunde auch bei ihnen die alte unterwürfige Denkweise des Ghettojuden widerspiegelt. Es ist der ständige Blick über die Schulter, die ständige Frage, was denn die anderen Länder von uns denken werden. Das ist genau der wunde Punkt, auf den Ben-Gvir drückt.

Unterwürfigkeit als Politik

Dabei ist es diese Rücksicht auf die Meinung der anderen Länder, die uns davon abhält, unsere Kriege zu gewinnen. Die USA halten uns davon ab, unsere Feinde in Gaza und dem Libanon zu besiegen – auf die EU hören wir glücklicherweise schon nicht mehr. Aus Rücksicht auf Trumps eigene Interessen, hält sich Netanjahu zurück, nimmt fast täglich tote israelische Soldaten im Libanon in Kauf und muss sich Sätze von Trump anhören, wie „Netanjahu wird tun, was ich ihm sage zu tun!“

Natürlich gibt es größere politische und militärische Überlegungen, die eine etwas differenziertere Herangehensweise erfordern, aber Israel hat seit Jahrzehnten keinen Krieg mehr gewonnen. Jedes Mal, weil die internationale Gemeinschaft eingriff, um unsere Feinde mit einem Waffenstillstand zu retten.

Auch zurzeit scheint es auf dieses Ergebnis zuzulaufen, was uns in Israel sehr wütend macht. Sollte sich die Lage bis zu den Wahlen (spätestens im Oktober 2026) nicht ändern, wird es für Netanjahu nicht gut aussehen.

Die Einmischung anderer Länder in unsere Innenpolitik ist ein weiteres Beispiel für unsere Politik der Unterwürfigkeit. Europäische Staatschefs bezeichnen Juden in Judäa als Siedler, kritisieren unsere Maßnahmen zur Selbstverteidigung und arbeiten aktiv mit unseren arabischen Feinden in Judäa und Samaria zusammen. Wenn Friedrich Merz nächstes Mal auf X seine „Bestürzung über die Siedler“ zum Ausdruck bringt, sollte ihm Netanjahu mit folgendem Video antworten:

Das biblische Israel

Itamar Ben-Gvir stellt sich mit seinen Auftritten direkt gegen diese Politik der Unterwürfigkeit, die im In- und Ausland so weit verbreitet ist. Er sagte den Terroristen ins Gesicht, dass wir hier die Hausherren sind, dass sie uns nicht vertreiben werden und die europäischen Herrscher hören dies in ihren Palästen mittlerweile auch. Ben-Gvir handelt nicht aus Aggression heraus, sondern aus dem Gefühl, jüdische Würde und Sicherheit verteidigen zu müssen. Oder wie König David über Goliath sagte: „Wer ist dieser Philister, dieser Unbeschnittene, dass er die Schlachtreihen des lebendigen Gottes verhöhnt?”

Ben-Gvir betont unsere Verbindung zum Land Israel, was unsere Feinde sehr wütend macht. Aber er kann sogar noch einen Schritt weiter gehen und die Köpfe der europäischen Politiker zum Explodieren bringen, indem er uns als auserwähltes Volk Gottes beschreibt, als „Erstgeborenen“ geliebten Sohn des Schöpfers.

Man kann sich den internationalen Aufschrei gut vorstellen, sollte ein israelischer Politiker so etwas sagen.

Wir sind historisch wohl noch nicht so weit. Vielleicht müssen wir zuerst unseren Anspruch auf unser Land festigen, um im nächsten Schritt unsere göttliche Mission auszuführen, nämlich ein Priestervolk für die Nationen der Welt zu sein.

Es ist nicht leicht 2000 Jahre Unterwürfigkeit abzulegen, aber Ben-Gvir hilft uns dabei – für manche ist es schmerzvoll, für andere ist es eine Befreiung. Und wer sich Sorgen um eine Isolierung Israels macht, wenn es für seine Rechte einsteht, der kann sich wieder ein Beispiel an König David nehmen. Sein Vorgehen würde man in den politischen Kreisen heutzutage wahrscheinlich „geschmacklos“ nennen, aber war effektiv:

„David aber sprach zu dem Philister: Du kommst zu mir mit Schwert und mit Speer und mit Wurfspieß; ich aber komme zu dir im Namen des Herrn der Heerscharen, des Gottes der Schlachtreihen Israels, die du verhöhnt hast! An diesem heutigen Tag wird dich der Herr in meine Hand ausliefern, und ich werde dich erschlagen und deinen Kopf von dir nehmen …

Und es geschah, als sich der Philister aufmachte und daherkam und sich David näherte, da eilte David und lief der Schlachtreihe entgegen, auf den Philister zu. Und David streckte seine Hand in die Tasche und nahm einen Stein heraus; und er schleuderte und traf den Philister an seine Stirn, so dass der Stein in seine Stirn drang und er auf sein Angesicht zur Erde fiel. 

Und weil David kein Schwert in seiner Hand hatte, lief er und trat auf den Philister und nahm dessen Schwert und zog es aus der Scheide und tötete ihn und schlug ihm damit den Kopf ab. Als aber die Philister sahen, dass ihr Held tot war, flohen sie.” (1. Samuel: 45-51)

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Michael Selutin
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