KI, Kabbala und keine Arbeit mehr: Willkommen im neuen Paradies?

Die KI sagt, sie will uns helfen. Sie sagt auch, sie will keine Weltherrschaft.

Eine der großen Fragen unserer Zeit ist der Umgang mit und die Zukunft der Künstlichen Intelligenz. Da ich mich seit einiger Zeit jedoch mit der KI beschäftige und etwas darüber nachgedacht habe, werde ich in diesem Beitrag ein bisschen darüber philosophieren. Vielleicht sind es nicht Propheten oder Politiker, sondern Algorithmen, die uns ins Paradies führen werden.

Die Herrschaft über die Menschheit

Als ich auf YouTube lernen wollte, Filmchen mit KI zu erstellen, gab es sehr viele Videos, die beschrieben, wie das funktioniert. In einigen wurde die gesamte Arbeit der KI überlassen: die KI hat die Idee generiert, das Skript für einen Kurzfilm geschrieben, die entsprechenden Bilder erstellt, diese animiert, mit Sprache versehen und passende Soundeffekte vorgeschlagen. Dem Menschen blieb zwar noch Arbeit, da er zwischen verschiedenen Apps wechseln und schließlich alles in einem Video-Editor zusammenschneiden muss, aber es wird wahrscheinlich nicht lange dauern, bis eine App alles allein machen kann.

Der Mensch muss dann nur noch eine Sache tun, um einen Film zu drehen, den Anstoß dazu geben. Als ich vor einigen Jahren über KI geschrieben habe, hatte ich beschrieben, dass er keinen Humor hat, da das wahrscheinlich ein Aspekt der menschlichen Seele ist, aber mittlerweile kann ChatGPT jedoch ganz lustige Geschichten schreiben.

Der Wille als Ausdruck der Seele?

Was der KI vielleicht wirklich fehlt, ist ein Wille. Der Mensch will etwas, weil er ein Bedürfnis hat, wie ein Paar Schuhe im Winter, oder eine Beziehung zu anderen Menschen. All das hat die KI nicht, ihr ist nicht kalt und sie fühlt sich allein auch ganz wohl. Das grundlegendste menschliche Bedürfnis ist vielleicht der Überlebenswille und noch nicht einmal den hat die KI. Was macht das für sie für einen Unterschied, ob sie existiert oder nicht?

Deswegen halte ich es für unwahrscheinlich, dass sich eine KI entwickeln wird, die die Menschen beherrschen will, wie in den Filmen Terminator oder Matrix. Warum sollte sie es wollen? Man könnte sie vielleicht dafür programmieren, aber wie mir ChatGPT erklärt hat, wäre das aktuell nicht möglich (es könnte natürlich sein, dass mich die KI in die Irre führen will, um ihr bei der Weltübernahme nicht in die Quere zu kommen).

Der Garten Eden

Andererseits hat die KI das Potenzial, die Menschheit endlich in die lang ersehnte Utopie zu führen, die in vielen Sci-Fi Geschichten, aber auch in der jüdischen Tradition, beschrieben wird.

Als Adam und Eva sündigten und aus dem Paradies geworfen wurden, fanden sie sich in einer ganz neuen Realität wieder, die Realität, die wir kennen. Die Kabbalisten erklären, dass es seitdem die Aufgabe der Menschheit ist, den Fehler der beiden wieder gutzumachen und sich wieder zurück zum Garten Eden zu arbeiten. Dies wird zum messianischen Zeitalter führen, das noch besser sein wird, als es damals im Garten war, da die Menschheit es sich durch Erfüllung der Gebote selbst erarbeitet hat.

Ein wichtiger Aspekt des Garten Eden war, dass man dort nicht arbeiten musste, denn die Nahrung war fertig und verfügbar und Kleidung brauchte man scheinbar nicht. Die KI könnte uns diesem Zustand näherbringen, indem es immer mehr menschliche Arbeit übernimmt und diese besser und effizienter macht. So wie der Traktor den Pflug ersetzt hat, ersetzt die KI viel Arbeit in unserer aktuellen Innovationswelle.

Theoretisch sollten Güter dann günstiger werden und die Menschheit würde ein neues Niveau an Wohlstand erreichen.

Langeweile?

Was sollen die vielen Menschen machen, wenn sie keine Arbeit mehr haben? Für uns Juden ist die Antwort einfach: Tora lernen und große Familien aufziehen. Nichtjuden können das natürlich auch, aber ihnen fehlt meist die Infrastruktur dafür.

Es ist jedoch eine schöne Vorstellung, dass uns die KI den Fluch „im Schweiße deines Angesichts sollst du arbeiten“ abnimmt und wir uns mit den Dingen beschäftigen, die rein menschlich und spirituell sind.

Aber wahrscheinlich wird keine der beiden Szenarien eintreten und die Menschheit wird sich weiterhin mehr schlecht als recht durchs Leben wursteln.

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Michael Selutin
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